La Palma – Cuevas Buracas

Montags läuft eigentlich nichts. Aber in einer Woche wurde der freie Tag zu einem Wandertag umfunktioniert. Es war Día de la hispanidad, also hatten auch die anderen frei. So sind wir dann zu sechst (zwei Brasilianer, zwei Kubaner, der Pastor und ich) mit dem Auto Richtung Norden gefahren. An Puntagorda vorbei noch ein ganzes Stück weiter. Insgesamt waren wir eine knappe Stunde im Auto, bis wir an der Touristen-Information ankamen. Dort wurde uns erklärt, dass wegen des Feuers vor ein paar Monaten unser Rundweg zur Zeit gesperrt ist. Eine schöne Wanderung haben wir trotzdem gemacht.

Kurzer Einschub… Brände auf La Palma

Allein in diesem Jahr gab es schon zwei große Brände auf der Insel (davor brach das letzte Mal 2016 ein Feuer auf La Palma aus). Beide wurden durch ungewollte Brandstiftung ausgelöst. Bei einem hat jemand Müll verbrannt, bei dem anderen wollte wohl einer einen Kaktus, der auf seinem Grundstück wuchs, verbrennen. Immer wieder stehen Schilder, dass man seine Zigaretten nicht auf den Boden werfen soll, weil das einen Waldbrand auslösen kann. Das warme, trockene Wetter begünstigt solche Brände zusätzlich. Immer wieder sieht man verbrannte Bäume oder verbrannte Erde. Bei dem einen Feuer ist die Temperatur auf der Seite der Insel auf über 36°C gestiegen. Und es werden immer mehr, immer größere Feuer.

Zwar gibt es auf der Insel sogenannte „Plantas pirófilas“ (auf Deutsch sind es pyrophile Pflanzen), also Pflanzen, die in irgendeiner Weise vom Feuer profitieren. Z.B. weil sie sich nur mit Feuer fortpflanzen können. Trotzdem verbrennen die Bäume überwiegend und es braucht Zeit, bis sich der Wald vom Feuer erholt hat. Das funktioniert bei so häufigen Bränden nicht mehr richtig.

Zur Wanderung

Wir haben das Auto an der Touristeninformation stehen gelassen. Von dort sind wir erst immer weiter bergab gelaufen. Durch wunderschöne Natur, fast immer mit Blick aufs Meer. Es ging über sehr unterschiedliche Wege knapp 400 Höhenmeter nach unten. Am Ende vom Weg gabs immer wieder kleinere oder größere Höhlen – cuevas. Nach einem mini-Picknick (eigentlich hatten wir um 11 alle noch nicht so wirklich Hunger), ging es dann über einen anderen, nicht ganz so steilen, dafür längeren Weg wieder nach oben. Auf dem Weg haben wir dann noch eine Molina (Mühle) gesehen. Inzwischen ist es ein Museum, aber wir sind nicht reingegangen.

Nach insgesamt ungefähr 3 Stunden waren wir wieder beim Auto. Komplett durchgeschwitzt, denn es hatte um die 30°C und auf dem Weg gab es so gut wie keinen Schatten… Aber ich habe tatsächlich keinen Sonnenbrand bekommen! Ich bin sehr begeistert! Für mich war es extrem ungewohnt zuerst nach unten und danach wieder nach oben zu laufen. Aber auch das ging. Die anderen hatten nur nicht so arg viel Lust auf mich zu warten, während ich das 148. Foto gemacht habe 😉 Aber ich hatte ja dadurch immer wieder kleinere Verschnaufpausen und konnte danach wieder halbwegs aufholen. Trotzdem war ich am Schluss komplett rot vor Anstrengung und Hitze. Nach einer Weile im Schatten hat sich das aber auch wieder gelegt. 🙂

Auf der Wanderung sah man neben den vielen verbrannten Bäumen auch eine Menge Dragos (Drachenbäume) und Kakteen. Viele der Kakteen hatten Früchte (Tunas), die man auch essen kann. Sie haben aber so feine Stacheln, dass man sie nicht mehr aus der Haut bekommt, weil man sie nicht sieht. Deshalb kann man sie nur mit Handschuhen ernten und wir konnten keine probieren. Auf den Kakteen waren auch sehr viele weiße „Punkte“ – wenn man sie zerdrückt, sind sie dann ganz rot. Das war auch der Grund, warum man die Kakteen überhaupt angebaut hat: Darauf lebt eine spezielle Laus-Art, die man für Naturfarben benutzen kann.

Im Anschluss haben wir beschlossen zu einem Strand zu fahren um dort zu essen. Am Parkplatz vom Strand haben wir das Meer beobachtet, das sehr aufgewühlt war. Nach einigen Metern Abstieg haben wir dann aber beschlossen, dass uns das zu gefährlich ist. Und so sind wir wieder bis nach Puntagorda gefahren um dort zu essen. Dort gibt es einen Mirador und viele Picknicktische. Normalerweise kann man dort auch grillen, es gibt Spielplätze und sanitäre Anlagen. Wegen Corona war das aber alles gesperrt.

Auf dem Rückweg haben wir dann noch an zwei anderen Miradores gehalten um die Aussicht zu genießen und Fotos zu machen. Der Tag war richtig schön. Die perfekte Mischung aus Sport/ Bewegung, Natur und Spanisch. 🙂
Die nächste Wanderung wurde direkt geplant und der Bericht kommt dann nächste Woche online.

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Veröffentlicht von karinitakarinosa

Ich bin Weltenbummlerin, in der Welt zu Hause, lerne gerne neue Menschen, Dinge und Lebensweisen kennen und versuche meine Erfahrungen in Wort (Blog), Bild (Instagram) und Videos (YouTube) festzuhalten.

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