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La Palma – die Erste

Letzten Montag war ich mir noch nicht sicher, ob ich überhaupt fliegen könnte… Jetzt bin ich seit fast einer Woche auf der Insel. Manchmal kommt es mir vor wie Monate. Inzwischen klebt meine Zunge nicht mehr ganz so sehr, wenn ich Spanisch spreche und ich habe auch schon wieder auf Spanisch geträumt – ein gutes Zeichen. Aber von vorne…

Euer letzter Stand war, dass ich bald fliege – wenn sie den Flug nicht streichen. Haben sie nicht. Und so bin ich ganz planmäßig am Mittwoch nach La Palma geflogen. Genauer: nach Santa Cruz de La Palma, der Hauptstadt von La Palma, einer Insel, die politisch zu Spanien, also Europa, aber geografisch zu Afrika gehört. Deshalb ist hier das Wetter super und die Leute sprechen hier Spanisch. 🙂 Ich kam fast pünktlich an, kam auch direkt durch den Gesundheitscheck und mein Rucksack kam auch an! 🙂 (Wobei ich extra so gepackt habe, dass ich mindestens 4 Tage ohne ausgekommen wäre. Man lernt ja dazu…) Der Gesundheitscheck war ein Fragebogen, den man vorher ausfüllen musste. Wenn man das im Internet ausgefüllt hat, wurde ein QR-Code erstellt, den die Menschen dort nur eingescannt haben. Zusätzlich gab es Wärmebildkameras. Online stand, dass man einer näheren Prüfung unterzogen werden kann, wenn man da auffällt. Aus dem Flugzeug wurde deswegen aber keiner aus dem Verkehr gezogen, soweit ich das gesehen habe. Nur ein paar alte Menschen, die keinen QR-Code hatten, mussten noch das Formular ausfüllen und durften nicht direkt zum Gepäck.

Vom Flughafen wurde ich abgeholt, wir sind einmal über die Insel gefahren und ich habe mein Zimmer auf dem Dach bezogen. Seitdem bin ich bei fast allem dabei, was meine Gastgeber so machen. Das Ehepaar, bei dem ich wohne, spricht deutsch und spanisch und arbeitet für die Iglesia Evangélica Bautista (evangelische Baptistengemeinde) auf La Palma. Fast jeden Tag ist mindestens eine Aktivität. Und dadurch, dass sie beide arbeiten und ich abwechselnd bei dem einen oder der anderen mitfahre, habe ich noch nicht mal unbedingt in deren Zeiten für Vorbereitung „frei“. 😉 Aber das ist auch vollkommen ok so. Das war mir vorher klar und ich will ja so viel, wie geht, spanisch sprechen um die ganzen vergessenen Wörter und Kommunikationsformen wieder aufzufrischen. Aber kommen wir zu dem, was ich bisher erlebt habe:

Mittwoch kamen abends direkt noch einige Jugendliche zu „uns“ nach Hause. Ich habe nur wenig mitbekommen. Für mehr war ich einfach zu müde und ungeübt. Aber schon am nächsten Tag ging es besser. Vormittags habe ich einen Erkundungsspaziergang durch Los Llanos gemacht. Das ist die größte Stadt auf der Insel und die Stadt, in der ich zur Zeit wohne. Abends ging es dann noch nach Santa Cruz zu einer Bibelstunde. Weil nur eine Person kam, haben wir stattdessen zusammen gesungen. Da hatte ich immer den Text vor mir und hatte mehr Zeit um ihn für mich zu übersetzen. Freitag war ich froh endlich mal entspannen zu können. Die Meiste Zeit saß ich im Garten unter dem Avocado-Baum und habe gelesen und das tolle Wetter genossen. Abends ging es dann aber doch nochmal los. Dieses Mal aber nur in den Ort zur Bandprobe. Eigentlich wollte ich mir das nur anschauen… Irgendwann wurde mir das Tablet für den Sound in die Hand gedrückt und ich war plötzlich die Ton-Frau, die alles mischt… Da hab ich dann mal ein bisschen herumprobiert. Bin mit dem Ergebnis zwar nicht ganz zufrieden, aber es ist besser, als vorher. 😉

Erst am Samstag wurde es stressig. Morgens war Kinderstunde – zwei Stunden mit 12 Kindern und ich war mittendrin. Musste zwar nichts anleiten, aber überall mitmachen… Nach einer kurzen Mittagspause ging es wieder in den Ort. Dieses Mal für einen deutschen Gottesdienst. Da hatte ich tatsächlich keine Aufgabe. Aber es war so unglaublich komisch wieder so viel Deutsch zu hören… Direkt im Anschluss ging es wieder auf die andere Seite der Insel, denn in Santa Cruz war noch Grupo de Jóvenes (Jugendgruppe). Wir waren zwar nicht so viele, aber alle haben durcheinander geredet. Das war dann auf Dauer schon echt anstrengend. Von dort aus sind wir direkt zu einem Geburtstag gefahren. Schon cool, wie selbstverständlich es ist, dass ich da mitgehe. Immerhin habe ich die, die Geburtstag hatte, am Tag vorher schon kennengelernt…

Und Sonntag war halt Gottesdienst… Erst in Santa Cruz (also wieder auf die andere Seite der Insel) und abends in Los Llanos. In Los Llanos war ich wieder für die Tontechnik verantwortlich. Erst später habe ich realisiert, dass das Ganze auch gestreamt und auf YouTube hochgeladen wird. Den Ton dafür hatte ich noch nicht gehört. Entsprechend unausgeglichen ist er dort. Der Bass, der im Raum fast ein bisschen zu leise war, war online dann plötzlich zu laut. Aber nächste Woche wird das dann auch besser. Ich habe schon Vorkehrungen getroffen. Die Frage ist nur: finde ich guten Sound online so wichtig, dass mir dann der Klang vor Ort egal ist? Oder mache ich lieber irgendeinen Kompromiss, der dann für beides doof ist? Oder es gibt da irgendeinen Magic-Trick, mit dem man beides gut macht?!

Zwischen den beiden Gottesdiensten waren wir dann noch bei Kubanern zum Essen eingeladen. Es gab ein typisch kubanisches Gericht, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Im Endeffekt war es eine Suppe/ ein Eintopf mit allem, was man so finden kann. Mir wurde erklärt, dass da ganz verschiedenes Fleisch drin ist (Huhn, Rind, Schwein und Kaninchen) und dann halt noch Gemüse. Sah zwar nicht so aus, war aber echt gut! Das kubanische Spanisch hingegen hat mich ein bisschen gefordert. Zu siebt am Tisch ist schon mit Deutschen nicht immer ganz so einfach, aber das dann auf Spanisch und dann noch mit kubanischen Wörtern und mit Themen, bei denen ich eh nicht so folgen konnte.

Was ich morgen mache, weiß ich noch nicht. Aber das ist auch nicht schlimm. Ich genieße das gerade total, dass ich frühestens am Abend vorher überlege, was ich eigentlich am nächsten Tag machen könnte. So spontan konnte ich schon lange nicht mehr sein, weil immer andere etwas von mir wollten und lauter Termine anstanden. Wobei ich ja eigentlich gar nicht so spontan bin, weil ich darauf angewiesen bin, was meine Gastgeber machen. Ich kann dann nur noch ja oder nein sagen oder mich entscheiden, bei wem ich mitfahre. Trotzdem freue ich mich jeden Tag über die Möglichkeit so spontan zu entscheiden.

Und zwischendurch habe ich ja auch immer wieder Zeit um zur Ruhe zu kommen oder etwas von der Insel zu sehen. Als wir einmal nach Santa Cruz gefahren sind, habe ich zum Beispiel nicht beim Verkabeln vom Bildschirm geholfen, sondern habe eine Stunde lang den Stadt-Strand genossen und mir die Stadt angeschaut. Das Tolle am Strand ist vor Allem, dass man dort keine Maske tragen muss. 🙂 Sonst muss man sie überall im öffentlichen Raum tragen. Also nur zu Hause nicht. Und beim Essen, Trinken und Rauchen.

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Veröffentlicht von karinitakarinosa

Ich bin Weltenbummlerin, in der Welt zu Hause, lerne gerne neue Menschen, Dinge und Lebensweisen kennen und versuche meine Erfahrungen in Wort (Blog), Bild (Instagram) und Videos (YouTube) festzuhalten.

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